Missionary? – No! Volunteer!!

22.11.2012 18:54

Das Leben als Praktikantin im Mariphil Kinderdorf auf den Philippinen

Von Jadranka Rastedter 

Am 25 September 2012 ging es von Frankfurt aus los zu meinem 2 monatigen Praktikum im Mariphil Kinderdorf. Zwei Tage später bin ich dann endlich mit anderen Projektbesuchern und Praktikanten im Kinderdorf angekommen. Dort wurden wir freundlich mit Blumenketten und einem ausgiebigen philippinischen Frühstück mit gehacktem Hühnchen, Papayasalat, Seegrassalat natürlich Reis nicht zu vergessen, Mangos und Bananen begrüßt. Schon am ersten Tag auf den Philippinen konnte ich viele Eindrücke sammeln. Wir besuchten die Schule der Kinder wegen einem Schulfest und wurden dort ebenfalls freudig begrüßt doch auch stets beobachtet und fotografiert. Am Abend gab es dann das erste Zusammen­treffen mit den Kindern des Kinderdorfes. Es gab Kinder, welche am Anfang noch ein bisschen schüchtern waren und sich noch eher im Hintergrund gehalten haben sowie Kinder die einen fast umgestürmt haben. Auch wenn die ersten Gespräche nur mit Händen und Füßen geführt werden konnten bedurfte es für die ersten Kuscheleinheiten keine Worte. Schon nach ein zwei Tagen war jede Scheu überwunden und die Kinder haben einen voll in den Alltag integriert, was das Eingewöhnen umso leichter machte und man sich sofort willkommen und aufgenommen fühlte.

Am zweiten Tag auf den Philippinen sind wir Besucher und Praktikanten mit den Hausmamas auf dem Markt einkaufen gegangen. Die vielen unterschiedlichen Gerüche, die drückende Hitze,die tropischen Früchte, das frische Gemüse sowie der Fisch und das frisch geschlachtete Fleisch machen einen Besuch dort einfach zu einem unbeschreiblichen Erlebnis und ermöglichten einen ersten intensiveren Kontakt mit der philippinischen Kultur.

Ebenso bekam ich in den ersten Tagen einen Einblick in das Leben der Menschen, da wir verschiedene Patenkinder von Mariphil besuchten, um ihnen kleine Geschenke oder einen Sack Reis vorbei zu bringen. Ich finde es beeindruckend wie die Menschen sich mit einem sehr geringen Standard zufrieden geben. Selbst über die kleinste Aufmerksamkeit wie ein „Maayong Buntag!“ freuen sie sich und begegnen einem stets mit einem strahlenden Lächeln und einer großen Gastfreundschaft.

Auch die Kinder im Kinderdorf benötigen kein Handy oder Gameboy damit es ihnen nicht langweilig wird, sondern sie beschäftigen sich stets selbst oder mit den Dingen die sie gerade auf dem Weg finden können. Seien es Kronkorken, Gummis oder Käfer, die Kinder wissen immer etwas damit anzufangen! Ich habe hier in meinen zwei Monaten noch kein gelangweiltes Kind gesehen.

Nach ein paar Tagen Eingewöhnungsphase begannen wir Praktikanten mit dem Arbeiten in den Häusern und mit den Kindern. Wir zwei Praktikantinnen bekamen jeder ein Haus zugeteilt, wo ich das gelbe Haus bekommen habe.
Am ersten Arbeitstag hat man sich die Aufgaben ein bisschen angeschaut und hat versucht so gut wie möglich mitzuarbeiten, was nicht allzu schwer war. Einzig mit der Sprache haperte es ein wenig. So helfe ich ab 5:30Uhr beim Frühstück kochen und die Kinder für die Schule fertig machen. Danach stehen die haushaltsüblichen Dinge an, wie putzen oder Aktivitäten vorbereiten. Bevor die Kinder wieder von der Schule heimkommen wird ein kleiner Imbiss vorbereitet und danach angefangen fürs Abendessen zu kochen. So gegen 6 Uhr wird zusammen gegessen. Danach hat jedes Kind seine eigene Aufgabe für den Tag bevor gelernt und gespielt wird. Zwischen 20-21Uhr gehen dann endgültig die Lichter in den Häusern aus und es ist Schlafenszeit angesagt und somit geht auch mein Arbeitstag zu Ende. Um die Kinder am Wochenende zu beschäftigen gibt es verschiedene Aktivitäten wie Gartenarbeit, Boxunterricht, Tanzstunde, und vieles mehr. Unter anderem habe ich mit den Kindern das deutsche Weihnachtslied „Stille Nacht“ eingeübt.

Wer jetzt jedoch denkt, dass sich bei solchen Tagesabläufen schnell ein Routinegefühl einstellt, der irrt sich gewaltig! Denn jede Woche stehen andere Events auf dem Plan. So gab es nicht nur ein großes Fest für alle über 100 Patenkinder von Mariphil, sowie die Straßenkinder von Panabo, an dem wir uns bei Spiel und Spaß alle näher kennenlernen konnten. Sondern auch ein Treffen mit anderen ähnlichen Einrichtungen rund um Davao oder einen Besuch der Bananenplantage „Tadeco“. Dabei hatten nicht nur die Kinder ihren Spaß. Bei all diesen vielen Eindrücken und Erlebnissen verging die Zeit hier auf den Philippinen wie im Flug und ich muss schon bald wieder Abschied nehmen.

Obwohl der Lebensstandard gegenüber Deutschland doch sehr anders ist, fehlt es mir an nichts und fühle mich rundum wohl. Ich denke, das liegt vor allem daran, dass mich das Team vom Kinderdorf so gut aufgenommen und betreut hat und dass die Menschen einen immer offen und interessiert empfangen. Auch die Kinder mit ihrer ungestümen, lebensfrohen und liebenswürdigen Art haben mir die zwei Monate versüßt. Ich bin froh mich für das Mariphil Kinderdorf entschieden zu haben und werde bis auf Seegrassalat und Durian viele positive Eindrücke und Erlebnisse mit auf meine weitere Reise nehmen.

Philippinische Gruesse, Jadranka