Weitere Hilfslieferung ins Katastrophengebiet

12.12.2012 22:22

Eine Woche nachdem Taifun "Bopha" über die südlichen Philippinen gezogen ist, scheint die Welt wieder in Ordnung. Die Weltpresse hat sich bereits anderen Themen zugewandt - die Philippinen sind nur noch eine Randnotiz in Form von Berichten über Massenhochzeiten... Aber: Der Bericht der OCHA (United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs) enthält erschreckende Zahlen: 740 Tote, 890 Vermisste, 1947 Verletzte, insgesamt sind 5.500.000 Menschen von dem Unglück betroffen und 778.226 wurden evakuiert. Ganze Ortschaften wurden von der Landkarte ausradiert, es gibt kein sauberes Trinkwasser, alle Vorräte sind verloren - die Liste ist endlos...

weitere Informationen der OCHA...

Ein Bericht von Nadja Glöckler: Die sofortige Hilfsbereitschaft mehrerer Spender ermoeglichte uns bereits am Montag, den 10.12.2012 eine erneute Expedition mit 5 Tonnen Reis in die vom Taifun besonders stark betroffenen Regionen in Compostela Valley. Die Szenen , die sich dort abspielen sind wirklich unvorstellbar. Hunderte Menschen stehen bzw. wohnen teilweise unter Plastikplanen entlang der Highways und bitten um Hilfe. Sie halten Schilder auf denen steht “Tabangi kami”, (“Helft uns”). Viele der Hilfstransporte fahren an diesen Menschen vorbei, ins Zentrum der Katastrophe, nach New Bataan. Dort hat eine Schlammlawine mehrere Ortsteile komplett ueberrollt und weggeschwemmt. Dort wo Schulen, das Health Center und die Huetten vieler Menschen standen, ist ausser Geroell und einer dicken Schlammschicht nichts mehr zu erkennen. Kaum etwas deutet darauf hin, dass dies zuvor eine dicht besiedelte Ortschaft war. Da New Bataan jedoch von mehreren Hilfsorganisationen angefahren wird, konzentrieren wir uns eher auf Regionen im Hinterland, welche kaum Unterstuetzung erhalten.

Sobald die Menschen unseren LKW sehen und erkennen, dass es sich um Hilfsgueter handelt, stuermen sie auf uns zu, flehen um Essen und versuchen teilweise sogar auf die Ladeflaeche zu klettern . In manchen Ortsteilen konnten wir den Reis nur mit Unterstuetzung der oertlichen Polizei verteilen.