Unsere Hilfe beim Wiederaufbau in Siocon

22.12.2012 22:05

Mittlerweile ist auch die Regierung sowie verschiedene internationale Hilfsorganisationen in der Region Compostela tätig. Aufgrund unserer bisherigen Erfahrungen gehen wir jedoch nicht davon aus, dass dadurch eine wirklich effektive und umfassende Hilfe füe alle Familien gewährleistet ist. Aber das gibt MARIPHIL die Möglichkeit, verschiedene andere sinnvolle Möglichkeiten zu untersuchen, um den Wiederaufbau in dem von uns unterstützten Barangay Sicocon zu unterstützen. Uns ist es hierbei sehr wichtig, über „Hilfe zur Selbsthilfe“ eine möglichst effektive und nachhaltige Unterstüzung anzubieten.

Nach Berichten unserer philippinischen Partnerorganisation wurden die Reisfelder im Katastrophengebiet teilweise bereits wieder bepflanzt. Sehr erfreulich empfinden wir auch die Überlegungen vieler Kleinbauern, die zerstörten Bananenplantagen in Reis- oder Maisfelder umzuwandeln. Das bedeutet eine Abkehr einer exportorientierten Agraraktivität zugunsten einer Aktivität, die eher dazu geeignet ist die Lebensmittelversorgung vor Ort nachhaltig zu verbessern. Vielen Kleinbauern fehlen aber die Mittel, die Felder anzusäen und bis zur ersten Ernte zu bearbeiten.

Um den Bedürfnissen möglichst vieler dieser Kleinbauernfamilien gerecht zu werden, hat sich MARIPHIL in enger Abstimmung mit unserem philippinischen Partnerverein entschlossen, die Hilfsaktion "Taifunhilfe Bopha" mit folgenden Massnahmen fortzusetzen:

 

  • MARIPHIL wird keine weiteren Hilfslieferungen in Form von Reis und Trinkwasser mehr durchführen.
  • Die Unterstützung von Kleinbauernfamilien soll durch Sachleistungen zum Anbau von Reis, Mais oder ähnlichen Grundnahrungsmitteln erfolgen. Ziel ist der Aufbau einer neuen Existenzgrundlage im Landwirtschaftlich kleinbäuerlichen Bereich. Die Unterstützung des Anbaus von Bananen zum Export wird explizit ausgeschlossen.
  • Die Unterstützung beschränkt sich vorerst auf arme Kleinbauernfamilien (unter 2 ha Anbaufläche) im Barangay Siocon bei Compostela.
  • Derzeit stehen für diese Aktion 5600 Euro (280.000 PhP) zur Verfügung, das bedeutet für die 112 Farmer eine Unterstützung im Wert von je 2.500 PhP. Falls weitere Spenden für diese Aktion eingehen sollten, wird die Aktion auf weitere Barangays zu denselben Konditionen ausgedehnt.
  • Auf Vorschlag unserer philippinischen Partnerorganisation wird kein Geld ausgehändigt, sondern ausschliesslich Sachleistungen in Form von Saatgut (Reis, Mais) oder Dünger.
  • Es werden nur Farmer unterstützt, die sich vertraglich verpflichten, diese Sachleistungen für den Anbau von Reis oder Mais auf den eigenen Feldern zu verwenden.
  • Die Aktion wird durch eine MARIPHIL-Mitarbeiterin vor Ort in enger Zusammenarbeit mit dem Barangay-Captain und der Kleinbauern-Kooperative von Siocon abgewickelt. Das Arbeitsverhältnis ist befristet und wird durch einen Arbeitsvertrag dokumentiert.
  • Der Einkauf von Saatgut und Dünger wird zentral durch die MARIPHIL-Coop durchgeführt, um günstige Preise zu erhalten und den Einkauf überwachen zu können.
  • Über die Abwicklung dieser Aktion ist exakt Buch zu führen, außerdem sind Reports und Bilder für die Dokumentation zu erstellen.
  • Im Rahmen der Projektreise 2012 werden wir dieses Projekt persönlich vor Ort besuchen und auditieren.

 

Erste Massnahmen zur Durchführung dieser Hilfsmassnahmen zum Wiederaufbau wurden bereits eingeleitet.