Endlich Freude im Leben von Baby Joy

31.05.2013 08:31

Gerade Kinder sollten mit der Erfahrung durchs Leben gehen, dass jeder Tag wunderschön ist und Spaß macht.

Letzte Woche jedoch haben wir die Erfahrung gemacht, dass nicht jedes Kind die Chance bekommt die Schöhnheit des Lebens zu sehen.  Am Donnerstag hat unsere Sozialarbeiterin Shy ein neues Kind ins Kinderdorf gebracht. Ihr Name ist Mary Joy, sie wiegt 7 Kilo und ist 70 cm groß. Sie kann kaum sprechen, ist sehr still und lacht nicht. Auf den ersten Blick schätzt man sie auf maximal ein Jahr alt - Sie ist jedoch schon 2.

Die ersten zwei Jahre ihres Lebens hat sie in Panabo verbracht. Ihre Mutter hat sie bei Verwandten zurückgelassen, die jedoch auch nicht in der Lage waren sich um sie zu kümmern und ihr Vater ist inhaftiert.

Als Shy sie gefunden hat lag sie im Schlamm und hat Abfälle gegessen. Die Erfahrungen die sie in ihrem Leben bereits machen musste zeigt sie deutlich an ihrem Verhalten und auch an ihrem Äußeren sind sie sichtbar. Sie ist zu klein für ihr Alter, ihr Bauch ist wegen der Würmer wie geschwollen und ihre Motorik entspricht eher einem Monate alten Kind.

Die einzigen Worte, die sie spricht sind: „ Geh weg!“ und „Lass mich!“.

Besonders zur Essenszeit zeigt sie ihre Erfahrungen. Sie fängt an zu weinen sobald sie Hunger bekommt, aber auch wenn sie ihr Essen sieht hört sie nicht auf. Man kann sie weder an den Tisch setzen, noch füttern. Sie weint immer mehr, fängt an zu schreien, zu treten und zu schlagen. Wehrt sich gegen jeden, der ihr zu nahe kommt. Sie beruhigt sich erst wieder, wenn sie alleine auf dem Boden sitzt mit ihrem Teller vor sich und ihr keiner mehr zu nahe kommt. Sobald jemand auf sie zu kommt fängt sie wieder an zu weinen, bekommt Angst und verteidigt ihr Essen. Auch beim Essen ist sie sehr vorsichtig. Sie isst langsam und macht ihren Löffel immer komplett leer. Sie verliert kein einziges Reiskorn und sammelt alles ein, was ihr runterfällt.

Selbst nach einer Woche im Kinderdorf läuft jede Mahlzeit noch genauso ab.

Man kann jedoch beobachten, dass sie langsam auftaut und sich wohlfühlt. Wenn man am grünen Haus vorbei läuft kann man sie lachen hören, sie lernt auch schon einfache Wörter und Melodien und hin und wieder zeigt sie auch mal ein Lächeln.

Am schönsten ist es sie im Kreis der anderen Kinder zu sehen. Sie genießt die Aufmerksamkeit, die man ihr schenkt und alle Kinder kümmern sich um sie. Der zurzeit meist gesprochene Satz im Dorf ist: „Hello Baby Joy!“

Dieser Bericht entstand kurze Zeit nachdem Mary Joy ins Kinderdorf eingezogen ist. Inzwischen ist sie schon eine ganze Weile hier und entwickelt sich prächtig. Sie stapft mutig von Haus zu Haus, kennt alle Gesichter und hat ihre Geschwister im Griff. Man kann sie lachen, reden und singen hören und beim Essen sitzt sie mit ihrer Familie im grünen Haus gemeinsam am Tisch. Sie hat zwar immer noch Würmer und einen starken Ausschlag aber allein ihr Lachen zeigt deutlich wie viel besser es ihr schon geht!

Es ist wunderschön diese Entwicklung zu beobachten und zu sehen wie aus weinen ein Lachen entsteht!