Akkreditierung des Kinderdorfs abgeschlossen

10.09.2013 22:12

Hallo liebe Freunde des MARIPHIL-Kinderdorfs!

Im MARIPHIL Kinderdorf tut sich einiges. Drei unserer kunterbunten Kinderdorf-Häuser werden bereits von jeweils 12 Kindern bewohnt und haben somit ihre Vollauslastung erreicht. Auch unser Team erweitert sich zunehmend. Eine zusätzliche Kinderdorf-Mama, welche sich derzeit in der
Trainings- und Vorbereitungsphase befindet, sowie eine zusätzliche Sozialarbeiterin und eine Teilzeit-Krankenschwester wurden eingestellt.

Mehrere Praktikanten aus Deutschland unterstützen unser Team vor allem in pädagogischen Angelegenheiten, organisieren jedoch auch gezielte Kleinprojekte, wie die Gestaltung und der Aufbau einer Bücherei, die Organisation der Spiel- und Sportgeräte, regelmäßiges Fußball Training, die Betreuung des Internet-Blogs usw. Verena, eine unserer Praktikantinnen arbeitet in Deutschland als Eventmanagerin und ist derzeit intensiv damit beschäftigt einen Weihnachts-Fun-Run, sprich einen Charity Lauf für das Kinderdorf, welcher im Dezember stattfinden wird, zu organisieren.

Aktuelles Gruppenbild mit unseren Kindern, Kinderdorf-Mamas, allen anderen Mitarbeitern und Praktikanten Es gibt weitere sehr erfreuliche Neuigkeiten aus dem Kinderdorf. Nach fast sechs Monaten Vorbereitung haben wir es endlich geschafft! Letzte Woche fand das Final Assessment durch Vertreter der Sozialbehörde aus Davao statt und diese werden nun ein Empfehlungsschreiben bezüglich unserer Akkreditierung an das Main Office Manila weiterleiten, sprich wir sind so gut wie akkreditiert. Dazu muss man wissen, dass per Gesetz alle sozialen Einrichtungen dazu verpflichtet sind, vom DSWD (Department of Social Welfare and Development) beurteilt und zertifiziert zu werden. Der Bewerbungs- und Analyseprozess beinhaltet mehrere Beurteilungsbesuche durch das Regional Office Davao und das Main Office Manila und gestaltet sich sehr aufwendig. Daher gibt es viele, ironischerweise vor allem auch viele staatliche Einrichtungen, welche nicht akkreditiert sind.

Die Auflagen sind sehr idealistisch und können meist vor allem aus finanziellen Gründen nicht erfüllt werden. In unserem Fall bezogen sich die Verbesserungsvorschläge auf administrative, pädagogische und vor allem auf personelle Gegebenheiten, sprich die zusätzliche personelle Ausstattung beispielsweise mit einem eigenen Kinderarzt, Psychologen, Ergotherapeuten usw. Da dies jedoch nicht finanzierbar ist, konnten wir dies basierend auf der Kompromissbereitschaft des DSWD dahingehend regeln, dass wir schriftliche Kooperationsvereinbarungen zu vergünstigten Konditionen mit den verschiedenen Professionen abschlossen, mit welchen wir bereits ohnehin seit längerer Zeit zusammenarbeiten. Bezüglich der räumlichen Anforderungen, vor allem die Errichtung eines Zauns um das Kinderdorfgelände betreffend, mussten wir uns den Vorschriften des DSWD beugen.

Entsprechend unserem Konzept wollen wir das Kinderdorf sehr offen gestalten, unseren Kindern ein möglichst normales, nicht institutionalisiertes Aufwachsen und den Umgang mit Kindern in der Nachbarschaft usw. ermöglichen. Der Zaun bietet einen gewissen Schutz, allerdings ist dieser unserer Ansicht nach ein wenig überzeugendes Argument um Kinder am Abhauen zu hindern, worin unter anderem der Gedanke des DSWD liegt.

Als Fazit kann gesagt werden, dass die Anforderungen teilweise kaum realisierbar sind, allerdings wurden dadurch auch wichtige Optimierungsprozesse ausgelöst und wir konnten viel dazulernen. Die Akkreditierung gilt die nächsten drei Jahre und zeichnet uns als anerkannte Institution aus, welche nach auf dem Gesetz basierenden Qualitätsanforderungen operiert. Das Zertifikat wird in ca. zwei Wochen (wobei aus zwei philippinischen Wochen können auch mal Monate werden können. In einer offiziellen Zeremonie ausgehändigt. Alle Mitarbeiter des Kinderdorfs haben einen großen Beitrag zur Erreichung dieses wichtigen Ziels beigetragen und die Akkreditierung wird mit einem netten gemeinsamen Mitarbeiter Frühstück gefeiert :)

Nadja Glöckler (Leiterin Kinderdorf)