Neues aus der Cooperative

08.06.2015 23:03

Die MARIPHIL- Cooperative ist eine rechtlich selbstständige Organisation und wird vonörtlichen Kleinbauern betrieben und auch geleitet. Der Einfluss von MARIPHIL (also uns) ist daher begrenzt und hat organisatorisch nur einen beratenden Character.

Der Schwerpunkt liegt in Reisanbau, der Vermietung von Landmaschinen und dem Betrieb der Reismühle inclusive den dazugehörenden Dienstleistungen. Hinzugekommen sind "buy and sell" Aktivitäten rund um den Reisanbau z.B. im Rahmen der jährlichen "Aktion Reissack". Darin ist die Cooperative erfolgreich und das finanzielle Ergebnis ist mittlerweile positiv mit stigender Tendenz - aus finanzieller Sicht also eigentlich erfreulich!

Trotzdem ist die MARIPHIL-Cooperative noch immer unserer "Sorgenkind" und dies möchten wir mit 3 Beispielen verdeutlichen:

Biologische Landwirtschaft

Durch den Anbau biologischer Alternativprodukte sollte die Abhängigkeit vom Reisanbau gebrochen und die Ertragssituation durch den Verkauf hochpreisiger Waren verbessert werden. Vorbild ist hierfür der Gemüsegarten des MARIPHIL-Kinderdorfs und der biologiosche Reisanbau durch die "Don Bosco Stiftung" und ähnlicher Organisationen.

Diese Bemühungen stecken trotz jahrelanger Bemühungen aber noch immer in den Kinderschuhen. Die Philsophie ist noch immer nicht in den Köpfen angekommen. Aus eigenen Kräften und ohne Unterstützung durch einen Experten vor Ort scheint für uns dieses Projekt nicht wirklich erfolgversprechend.

Hier erwarten wir durch das demnächts startende SES-Projekt mit Josef Werner eine wesentlische Verbesserung.

Reismühle

Die Reismühle ist derzeit defekt und somit ausser Betrieb. Der Betrieb kann jedoch mit externen Dienstleistungen recht erfolgreich aufrecht erhalten werden. Anträge für Reparatur bzw. Ersatzbeschaffung laufen und erscheinen auch erfolgversprechend. Aktivitäten seitens MARIPHIL sind hier derzeit nicht erforderlich.

Trotzdem stört uns der Umstand, dass das Kerngeschäft der Cooperative derzeit nicht optimal läuft. Ausserdem macht es uns Sorgen, dass die Qualität des Maschinenparks für einen langfristigen zuverlässigen Betrieb technisch und qualitativ nicht ausreichend ist. Dieses Grundproblem dürfte langfristig noch für weitere Kopfschmerzen sorgen.

NIA-Damm

Der Damm des "NIA Lasang River Irrigation System" ist noch immer nicht betriebsbereit. Dieser wurde im Dezember 2012 (die Jahreszahl ist leider kein Tippfehler) durch den Taifun Bopha zerstört und noch immer nicht repariert. Eigentlich ist die Sitaution noch schlimmer - von einer Reparatur kann im Grunde keine Rede sein, der Damm wird derzeit im Zeitlupentempo provisorisch mit einem Erddamm geflickt, der beim nächsten Taifun möglicherweise wieder "wegschwimmt". Momentan stehen auf der Baustelle zwar ein paar Bagger, gearbeitet wird jedoch nicht...

Für dem Reisanbau hat das katastrophale Folgen - ohne den Damm ist eine zuverlässige Bewässerung der Reisfelder nicht gewährleistet und die Ernteergebnisse sind seit Jahren schlecht. 

Auch in der MARIPHIL-Cooperative wurde bisher eine sehr konservative Strategie verfolgt und auf eine rasche Reparatur und Wiederinbetriebnahme des NIA-Damms gesetzt. Unsere Vorschläge zum Anbau alternativer Agrarprodukte blieben bisher unberücksichtigt - Philippinos sind diesbezüglich auf eine für uns nicht wirklich nachvollziehbare (aber charmante Art) erzkonservativ und beratungsresistent...

Für die aktuelle Anbauperiode hat jedoch zumindest die MARIPHIL-Cooperative auf unser Drängen hin auf den Anbau von Kürbis und Mungobohnen umgestellt. Beide Produkte kommen mit der Bodenqualität zurecht und kommen mit wesentlich geringeren Wassermengen zurecht. Der Großteil der teilnehmenden Kleinbauern haben ihre eigenen Felder ebenfalls auf alternative Produkte umgestellt. Problematisch ist allerdings, daß hierfür die erforderliche Kapazität an geeigneten Landmaschinen nicht ausreicht und es dadurch lange Wartezeiten gibt...

Auch hier erwarten wir durch das demnächts startende SES-Projekt eine wesentliche Verbesserung.