Einweihung Kinderdorf "Atong Pinuy Anan"

15.03.2012 19:12

Nun gibt es einige Neuigkeiten aus dem Kinderdorf ueber die es sich zu berichten lohnt. Die wichtigste Nachricht ist, dass mittlerweile zwoelf ehemalige Strassenkinder, momentan noch ueberwiegend Jungs bei uns wohnen. Die Kids sind zwischen zehn und fuenfzehn Jahre alt und haben sich schon recht gut eingelebt. Nach ihrer Aufnahme zeigt sich uns meist dasselbe Bild: die Kinder sind mangelernaehrt, haben gesundheitliche Probleme, es sind grundsaetzlich Zahnbehandlungen notwendig, sie sind teilweise traumatisiert, emotional sehr instabil und vereinzelt auch bezueglich kognitiver Faehigkeiten nicht auf dem altersentsprechenden Stand. Wenn man sich allerdings bewusst macht, unter welchen Bedingungen die Kinder noch bis vor kurzer Zeit gelebt haben, sind diese Auswirkungen nicht verwunderlich. Das bedeutet jedoch auch, dass die alltaegliche Betreuung der Kinder fuer die Mitarbeiterinnen eine ziemliche Herausforderung darstellt. Beispielsweise faellt es manchen der Kinder unglaublich schwer, Regeln einzuhalten, einer festgelegten Tagesstruktur zu folgen, Aufgaben zu uebernehmen und Emotionen, vor allem Wut und Aerger zu kontrollieren bzw. angemessen auszuleben. Allerdings sind bei allen Kindern, bei manchen sogar sehr deutliche positive Veraenderungen erkennbar. 

Dennoch ist es fuer uns sehr hilfreich, dass nun das zweite Haus fertig gebaut, eingerichtet und bewohnbar ist,  denn mit zwoelf Kindern in einem Haus wurde es zum einen sehr eng und zum anderen macht die Betreuung in kleineren Gruppen aus paedagogischer Sicht auch mehr Sinn.

Einweihung Kinderdorf

Ein grosses Highlight, auf das alle hingefiebert hatten, war unsere offizielle Eroeffungsfeier mit typisch philippinischer Segnung durch den Priester. Jetzt operieren wir sozusagen auch mit der Lizenz von "ganz oben". Es war ein grosses Fest mit ueber 200 Personen, inklusive mehrere Stadtraete, dem Buergermeister und weiteren „officials“ der City of Panabo, natuerlich mit dem President von MARIPHIL Philippines Emeterio Blase,  deutschen MARIPHIL Vereins- und Stiftungvertretern wie Martin Riester und Werner Schweikert sowie Alexander Natale, welcher sich derzeit um die Vorbereitungen zur Installation der Solarmodule fuer das Kinderdorf kuemmert und meinem Paps Peter Gloeckler. Auch unsere Kids waren in die Vorbereitungen miteingebunden, denn sie durften einen Programmpunkt gestalten. Sie wollten singen und haben sich selbst ein Lied ausgesucht mit dem Titel „May Bukas Pa“, was uebersetzt bedeutet „Es gibt ein Morgen/eine Zukunft“. Wir hatten im Vorfeld ein bisschen Bammel, dass der Auftritt durch ploetzliche Gemuetsschwankungen der Kinder oder aehnliches gefaerdet werden koennte, was sich jedoch als unbegruendet herausstellte. Sie haben ihren Auftritt mit Bravour gemeistert, was fuer Kids, die noch bis vor kurzem auf der Strasse lebten alles andere als selbstverstaendlich ist.

Liebe Gruesse von den Philippinen - Nadja