Neues vom Kinderdorf

24.05.2012 18:07

Ja, die letzten Wochen hat uns Jaime ziemlich beschaeftigt, allerdings hat sich im Kinderdorf auch sonst sehr viel getan. Es leben momentan 15 Kinder im Kinderdorf. Wir haben uns im Team darauf verstaendigt, dass wir die Anzahl von acht Kindern pro Haus derzeit nicht ueberschreiten wollen, da die Kinder sehr unterschiedliche aber immer dramatische Erfahrungen mitbringen und die Arbeit mit ihnen sehr intensiv ist. Das bedeutet seit Jaimes Re-Integration ist ein Platz frei, den wir jedoch ziemlich bald besetzen werden. An Kandidaten mangelt es nicht… wir bekommen regelmaessig Anfragen, viele der Strassenkinder warten bereits auf eine Aufnahme und auch im Angel Baraquiel sind Kinder, die an uns uebergeben werden sollen. Es faellt mir sehr schwer vor allem Kindern, die in Panabo auf der Strasse leben und um Hilfe bitten, diese Form der Unterstuetzung, sprich die Aufnahme derzeit verwehren zu muessen. Auch wenn wir mit vielen Strassenkindern regelmaessigen Kontakt haben, so genannte “Feeding Programs” durchfuehren, sie bei medizinischen Beschwerden zum Arzt, ins Krankenhaus oder zum Zahnarzt bringen, Spiele-Nachmittage machen usw.  benoetigen sie eigentlich eine intensivere Hilfeform. Es ist beruhigend zu wissen, dass der Bau sechs weiterer Wohnhaeuser im Kinderdorf folgen wird.

So soll das Kinderdorf mal aussehen:

Unsere 15 Kinder sind sehr gut beschaeftigt. Derzeit sind Schulferien, aber sie besuchen eine Summer Class in der Nanyo Elementary School, ihrer zukuenftigen Schule. Das ist eine ideale Vorbereitung fuer die regulaere Schule, welche dann im Juni starten wird. Drei Kids, diejenigen die noch nie in der Schule waren, werden derzeit noch parallel durch ALS (Alternative Learning System) unterichtet. Ein staatliches Programm fuer Kinder, die zu alt fuer die regulaere Schule sind. Grundsaetzlich wuerde ich unsere Kinder sehr viel lieber in die regulaere Schule schicken, um ihnen ein moeglichst normales Aufwachsen zu ermoeglichen, allerdings ist nicht sicher, ob das fuer alle der Kinder machbar ist. Daher ist die Summer Class auch eine Art Test um abzuschaetzen, ob die Anmeldung in der Schule Sinn macht oder diese Kinder weiterhin von ihren ALS-Lehrern unterichtet werden.

  

Das Kinderdorf hat nun einen eigenen riesengrossen Gemuesegarten. In den Ferien haben die Patenkinder von MARIPHIL vier Wochen lang in Projektarbeit unter anderem geholfen diesen Garten anzulegen. Viel heimisches Gemuese aber auch Kuerbis, Tomaten, Auberginen und Gurken werden hier wachsen. Alles BIO!!! Die Kinder aus dem Kinderdorf sind nun mitverantwortlich den Garten zu pflegen.

Gestern haben die Kinder eine Erfahrung der ganz besonderen Art gemacht. Ich habe den Leiter der Feuerwehr in Panabo kennengelernt und er hat unsere Kinder zu einem Besuch in die Fire Station eingeladen. Diverse Ausruestung, die vielen Fahrzeuge, die Raumlichkleiten sowie das Leben eines Berufsfeuerwehrmannes bzw. Berufsfeuerwehrfrau wurden anschaulich dargestellt und erlaeutert. Die Kids waren sehr interessiert und nun will ueber die Haelfte spaeter mal zur Feuerwehr. Es wurde jedoch auch deutlich gemacht, dass dafuer Motivation und eine entsprechende Schul- und Ausbildung notwendig ist. Der Besuch war in vielerlei Hinsicht ein Erfolg, denn nun werden wir ein Memorandum of Agreement fuer unsere zukuenftige Zusammenarbeit und viele weitere Projekte schliessen. Bereits naechste Woche wollen sie in unserem Kinderdorf fuer die Kids ein Feeding Programm machen, ausserdem werden sie einen Erste-Hilfe-Kurs fuer unsere Mitarbeiter und spaeter auch fuer unsere Kinder durchfuehren. Sie haben sofort zugestimmt als ich gefragt habe, ob wir ihre Raumlichkeiten fuer Programme mit den Strassenkindern benutzen duerfen. Wunderbar!