Streetwork in Panabo

21.08.2012 20:25
Streetwork in Panabo

Die Anzahl der Kids in unserem Kinderdorf waechst zunehmend. Derzeit sind es zwanzig Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren. Die Jungs sind deutlich in der Ueberzahl, was auch dem Verhaeltnis auf der Strasse entspricht.

Die Notwendigkeit des Kinderdorfs zeigt sich uns alltaeglich in Panabo, der nahe gelegenen groesseren Stadt.

Dort wo unsere jetzigen Kinderdorf-Kids frueher gelebt haben, sind immer noch unzaehlige Kinder auf der Strasse, im Park, auf Maerkten insbesondere auf dem Nachtmarkt, in Bars und Billig-Internetcafes anzutreffen. Viele davon kennen unsere Mitarbeiterinnen mittlerweile sehr gut, sie vertrauen uns und kommen, sobald sie uns erblicken sofort angesprungen. Vor allem natuerlich auch in der Hoffnung, dass es was zu Essen gibt.

Unsere Sozialarbeiterin sucht die Kinder regelmaessig in Panabo auf. Daher kennen wir ihre Lebenslagen und aktuellen Probleme. Ihre Ueberlebensstrategien, ihr Suchtverhalten, ihre gesundheitlichen Einschraenkungen, ihre “Einkommensquellen” hauptsaechlich betteln, klauen, Prostitution und Kinderarbeit, ihre bevorzugten Aufenthalts- und Schlafplaetze, ihre Gruppenzugehoerigkeit und die bestehenden Rivalitaeten zwischen verschiedenen Gruppen sowie die familiaeren Hintergruende der meisten Kinder sind uns bekannt.

Teil des Streetworks sind Gespraeche, die Unterstuetzung bei der Suche nach Familienmitglieder und die Ueberpruefung einer moeglichen Re-Integration, Essens-Aktionen, die Finanzierung notwendiger medizinischer Behandlungen, Zahnarztbesuche, Gesundheits- und andere Programme und Aktivitaeten.

Wir stellen den Kindern das “Alternative Learning System”, ein alternatives Schulprogramm der Regierung fuer die sogenannte Out-of-School-Youth vor und unterstuetzen sie bei der Teilnahme.

Die Zahnaerztin auf dem ersten Bild zeigt den Kindern, wie man richtig die Zaehne putzt. Bei dieser, in Kooperation mit der Stadt durchgefuehrten Aktivitaet wurden die Kinder zur Thematik Koerperhygiene aufgeklaert. Da uns bewusst ist, dass die Kinder kein Geld fuer Hygieneartikel haben, wurden Zahnbuersten, Zahnpasta, Seife, Shampoo, Kaemme usw. an die Kinder verteilt. Auf den anderen Fotos sieht man die Kinder bei einem Spielenachmittag. Die Strassenkinder hatten unglaublich viel Spass beim Sackhuepfen, Schubkarrenrennen und Co.

Wir haben festgestellt, dass auch die Strassenkinder Geschichten und vor allem Fantasiereisen unglaublich gern moegen. Die Kinder malen danach, was sie mit der Geschichte verbinden…ihre Fantasien, Ideen, Vorstellungen. Auf dem letzten Bild sieht man die Strassenkinder beim Besuch der Feuerwehr Panabo. Die Feuerwehr ist sehr hilfsbereit und unterstuetzt uns bei verschiedenen Programmen. Die Kinder waren sehr interessiert, als ihnen alle Fahrzeuge und die Ausruestung gezeigt wurde und hatten grosse Freude als sie den Feuerwehrschlauch halten durften.

Bei allen unseren Aktivitaeten bekommen die Strassenkinder etwas zu essen. Die Kids haben oft den ganzen Tag noch nichts gegessen und sind dementsprechend ausgehungert.

Nadja Glöckler, Leiterin Kinderdorf