Schulsystem

Das Schulsystem auf den Philippinen entspricht in den Grundzügen dem amerikanischen Schulsystem.

  • Elementary School
    Vergleichbar mit der Grundschule in Deutschland
    Die Elementary School dauert 6 Jahre. Für diese Ausbildung ist ein geringes Schulgeld (ca 10€ pro Jahr) sowie die Kosten für Schulbücher, Fahrgeld und Schreib- und Bastelmaterial aufzubringen.
  • High School
    Ähnlich dem System der Realschulen und Gymnasien in Deutschland gibt es auch auf den Philippinen die Möglichkeit, nach der Elementary School eine höhere Schule zu besuchen.
    Allerdings sind die Kosten durch den Schüler zu tragen und es sind teilweise erhebliche Schulgebühren fällig.
  • College
    Eine Ausbildung am College muss man sich wie eine Mischung aus Studium und Berufsausbildung vorstellen.
    Es ist hierbei ähnlich wie in Deutschland zwischen verschiedenen Studiengängen zu unterscheiden. Die Studiendauer richtet sich nach den jeweiligen Studiengängen.
    Die Kosten sind durch den Studenten zu tragen und es sind teilweise erhebliche Studiengebühren fällig.
    Die Colleges befinden sich überwiegend in größeren Städten - die Colleges der Mariphil-Studenten befinden sich alle in Davao. Dies bedeutet, dass zusätzlich erhebliche Kosten für Transport und Unterbringung anfallen.

In der Regel ist die Bevölkerung im Projektgebiet viel zu arm, um den Kindern eine höhere Schulbildung zu ermöglichen. Meist reicht das Geld kaum, die Familie zu ernähren, geschweige denn für das Fahrgeld und die nötigsten Lehrmittel. Sehr häufig müssen die Kinder bei der Reisernte helfen um das Überleben der Familie zu sichern...

 

Berufsausbildung

In den ländlichen Regionen der Philippinen ist eine Berufsausbildung im Handwerk nahezu unbekannt. Fertigkeiten werden in der Regel autodidaktisch erworben oder werden in der Familie von den Eltern an die Kinder weitergegeben.

Richtige Ausbildungsplätze sind sehr rar und in der Regel ausschließlich in größeren Städten zu finden.
Die Kosten für die Ausbildung sind durch den Lehrling aufzubringen und oft sind erhebliche Schulgelder fällig.

 

Schulalltag in Tubod Carmen

In der Regel werden die Kinder ab dem 7. Lebensjahr in die Elementary School eingeschult. Die Elementary School ist in etwa vergleichbar mit der Grundschule im deutschen Schulsystem und dauert insgesamt 6 Jahre.

Für diese Ausbildung ist ein geringes Schulgeld ca 10€ pro Jahr (dies entspricht in etwa dem Wochenlohn eines Arbeiters auf dem Reisfeld) sowie die Kosten für Schulbücher, Fahrgeld und Schreib- und Bastelmaterial aufzubringen.

Im Gegensatz zu deutschen Schulen trägt man auf den Philippinen meist eine Schuluniform. In der Regel werden diese Uniformen von den Eltern in Handarbeit selbst hergestellt - die meisten Familien können sich keine fertige Uniform leisten. Die Schuluniform muß an allen Schultagen mit Ausnahme des Mittwochs getragen werden. Dadurch wird den ärmsten Familien die Möglichkeit gegeben, die Schuluniform wenigstens einmal während der Schulwoche zu waschen...

Die Schüler müssen in der Regel den Schulweg zu Fuß zurücklegen. Schulbusse sind vor allem in ländlichen Gebieten nahezu unbekannt und nur ganz ganz wenige Familien können sich ein Fahrrad oder das Fahrgeld für die allgemein auf den Philippinen üblichen Vehikel leisten. So dauert der Fußmarsch in die Schule für die Kinder aus dem Projektgebiet teilweise über eine halbe Stunde - und das bei jedem Wetter!

Die in der Elementary School unterrichteten Fächer unterscheiden sich in einigen Punkten von den hier in Deutschland bzw. Europa üblichen Fächern:

  • Spelling (1. bis 6. Klasse)
  • Englisch (1. bis 6. Klasse)
  • Tagalog, Landessprache der Philippinen (2. oder 3. bis 6. Klasse)
  • Mathematik (1. bis 6. Klasse)
  • Social Studies, Politik und Landeskunde (4. bis 6. Klasse)
  • Health and Science, Gesundheit und Wissenschaft (4. bis 6. Klasse)
  • Religionsunterricht (1. bis 6. Klasse)


Im Gegensatz zu europäischen Schulen müssen sich wesentlich mehr Schüler ein Klassenzimmer teilen. Die Möbel sind sehr alt und moderne Lehrmittel wie z.B. Overheadprojektoren, TV-Video, PC gibt es nicht.

In europäischen Schulen unbekannt:
Da in philippinischen Schulen der Regel keine ausreichenden Lehrkräfte und auch keine ausreichenden Unterrichtsräume vorhanden sind erfolgt der reguläre Schulbetrieb quasi im Schichtbetrieb - die einen Morgens, die anderen Nachmittags...
Philippinenbesuchern fällt daher auf, daß immer irgendwelche Schüler auf den Straßen unterwegs sind - oft zeitgleich in beiden Richtungen.

Auf den Philippinen sind von Anfang April bis Ende Mai Ferien. In der ersten Juniwoche beginnt das neue Schuljahr und zu diesem Zeitpunkt findet auch die Einschulung (Enrolement) der Erstklässler statt. In den Ferien helfen die Kinder meist Ihren Eltern zuhause, spielen, passen auf die kleineren Geschwister auf, kochen, waschen, spülen - während der Reisernte arbeiten die Kinder auch auf den Feldern mit.