Renovierung der Tubod-Carmen Elementary-School

Endlich ist es soweit!

Im Jahr 2006 konnte das Hilfsprojekt-MARIPHIL nach langer Vorbereitung ein sehr ehrgeiziges Projekt durchführen: Die Renovierung der Schulgebäude der Elementary-School in Tubod/Carmen, Davao del Norte.

In dieser Schule wurden zu diesem Zeitpunkt mehr als 700 Schüler im Alter von 7-12 Jahren unterrichtet. Da es sich um eine sehr arme Region handelt, ist der Schulträger nicht in der Lage, eine Renovation selbst zu finanzieren. Es ist nicht einmal genug Geld vorhanden, um die Schulgebäude einigermaßen instandzuhalten...

Die Elementary-School umfaßt insgesamt 8 Schulgebäude. Diese Gebäude wurden nach und nach errichtet und stellen einen repräsentativen Querschitt durch auf den Philippinen übliche Bauweisen dar: gemauerte Gebäude (verputzt und unverputzt, gestrichen und ungestrichen), Gebäude aus Holz und vollständig aus Wellblech...

Alle Schulgebäude haben jedoch eines gemeinsam - alle befinden sich in einem nicht nur für europäische Verhältnisse extrem schlechten baulichen Zustand!

Bereits während unserer Projektreise im September 2004 haben wir die Schule besichtigt und folgende Mängel festgestellt:

  • Die Dächer sind undicht
    Dadurch sind auch die Wände feucht und der Putz blättert ab. Lassen Sie sich durch die frische Farbe nicht irritieren - auf den Philippinen ist es durchaus üblich, rostige Dächer einfach mit Farbe zu überpinseln. Häufig wird auch nur die von vorne sichtbare Dachhälfte gestrichen, die andere Hälfte bleibt einfach unbehandelt...
  • Grundsanierung ist notwendig
    Alle Klassenräume müssen von Grund auf saniert werden, überall Strom und Wasser installiert und ein ausreichender Moskitoschutz angebracht werden. Eine Erste-Hilfe-Startion muß errichtet werden, da für Unfälle und ähnliches nichts vorhanden ist.
  • Thermische Isolation ist erforderlich
    Ein Großteil der Gebäude wurde ohne thermische Isolation gebaut. Dadurch herrschen in den Klassenzimmern unerträglich hohe Temperaturen. Da die Klassenzimmer ausserdem nicht mit Ventilatoren ausgestattet sind, herrscht ein Klima wie in einem Backofen.
  • Insektenschutzgitter sind nicht vorhanden
    Aufgrund der nicht vorhandenen Insektenschutzgitter sind die Schulkinder ständig der Gefahr der Übertragung von Krankheiten durch Insekten ausgesetzt. Auf diese Art wird z.B. das Denguefieber übertragen, welches bei Kindern unter Umständen tödlich verlaufen kann...
  • Kein Trinkwasser mehr vorhanden
    Die Schule ist nicht an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen und der eigene Brunnen ist nicht tief genug, um sauberes, trinkbares Wasser fördern zu können und wurde stillgelegt.
  • Die hygienischen Verhältnisse sind unzumutbar
    Die sanitären Anlagen sind in unzureichender Anzahl vorhanden und befinden sich in einem völlig desolaten Zustand. Teilweise sind die Abwasserleitungen kaputt und die Fäkalien versickern im Erdreich - also ein idealer Nährboden für Ungeziefer.
  • Wichtige Lehrmittel fehlen
    Die Ausstattung der Klassenzimmer ist mangelhaft, es fehlt an Wandtafeln, Schulbänken, Lehrmaterial usw...
  • Es fehlen Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten
    In den Pausen gibt es keine Spielmöglichkeiten für die Kinder. Ausserdem fehlt es an Aufenthaltsmöglichkeiten, in denen die Kinder lernen und Ihre mitgebrachten Mahlzeiten zu sich nehmen können.

Das Dach dieses Schulgebäudes ist beschädigt und die eindringende Feuchtigkeit hat dazu geführt, daß nahezu alle Holzverkleidungen verrottet sind und teilweise sogar bereits abgefallen sind. In der Elementary-School ist eine Schulklasse mit 40-50 Schülern nichts ungewöhnliches. Dadurch müssen sich oft bis zu 3 Schulkinder eine Schulbank teilen. Einige Schulkinder bringen daher die Schulmöbel sogar von zuhause mit - dies können sich jedoch nur einigermaßen wohlhabende Familien leisten.

Ausser einem dünnen Springseil gibt es keinerlei Sport- und Spielgeräte. In verschiedenen Klassenzimmern gibt es keine Stühle, Tische oder Bänke - die Schulkinder müssen auf dem nackten Fußboden sitzen.

Die Deckenverkleidungen haben sich durch die eingedrungene Feuchtigkeit verworfen und sind teilweise bereits abgefallen. Keines der Fenster ist mit einem Moskitoschutz ausgestattet und ein Großteil des Jalousien bzw. der Fensterscheiben sind kaputt.

Jedes Klassenzimmer besitzt eine nachträglich angebaute Toilette. Diese sind jedocht in einem völlig mangelhaften Zustand und sind zum Großteil überhaupt nicht mehr benutzbar bzw. drohen umzufallen...

Der Slogan QUALITY EDUCATION steht in deutlich sichtbarem Widerspruch zu dem baulichen Zustand dieses Schulgebäudes...

Eine grobe Vorkalkulation einer Projektgruppe der IHK-Kempten - Weiterbildung zum Betriebswirt - ergab eine erforderliche Investitionssumme von 50.000€ nur für die wichtigsten Baumaßnahmen. Gelder von örtlichen Behörden oder der philippinischen Regierung waren nicht zu erwarten und daher auch nicht einkalkuliert.

Feier zur Grundsteinlegung am 05. Januar 2006

Im Anschluss an einen Festgottesdienst wurde der Projektvertrag feierlich von den Vertretern der verschiedenen Parteien unterzeichnet. Danach folgte der eigentliche Spatenstich. Wie nicht anders zu erwarten, wurde diese Veranstaltung, die von der Schulleitung der Tubod-Elementary School vorbildlich vorbereitet und durchgeführt wurde, anschließend entsprechend gefeiert. An der Veranstaltung nahmen außer den deutschen Vereinsmitgliedern, die Schulleitung, der Bürgermeister von Tubod, Emeterio Blase (Vorstand des Projektes auf den Philippinen) jede Menge weitere Philippinos und ein junges deutsches Paar Veronika Biggel und Markus Buchner teil. Veronika und Markus werden das Projekt bei den baulichen Maßnahmen im nächsten halben Jahr betreuen. Sie erreichten das Projektgebiet kurz vor Weihnachten und haben sich nicht nur prima eingelebt, sondern auch schon mit Themen, wie Material, Beschaffung und Verarbeitung auseinander gesetzt.


Vorbereitungen

Als Vorbereitung für die Renovierung der Elementary-School Tubod wurde ein Projektteam gebildet und die für die Umsetzung des Projekts verantwortlichen Teammitglieder gewählt. Des weiteren wurden die Ziele dieses Projekts und ein erster Projekt-Zeitplan definiert. Damit diese Projektgruppe Ihre Aufgaben erfüllen kann wurde von der Schulleitung ein Raum zur Verfügung gestellt.

Zusammen mit der Administration der Elementary-School und der Gemeinde Tubod wurde das Schulgelände besichtigt und geeignete Bauplätze für die neu zu errichtenden Gebäude für Comfort-Rooms (sanitäre Anlagen), Health-Center (Erste-Hilfe-Station) und Caretakers-House (Hausmeister-Wohnung) ausgewählt. Ausserdem wurden sämtliche Schulgebäude erfaßt und die vorhandenen Bauschäden begutachtet.

Vor dem Beginn der Renovierungsarbeiten war es notwendig, eine Recherche über verfügbare Materialien wie Hölzer, Farben, Schrauben usw... durchzuführen. Hierzu haben Veronika und Markus eine ganze Reihe von lokalen Händlern abgeklappert...

 

Januar 2006: Beginn der Bauarbeiten

Bereits während den letzten Tagen unseres Aufenthalts im Projektgebiet konnten wir den Beginn der Renovierungsarbeiten beobachten.

Da die Schule keinen Wasseranschluß besitzt, wurde ein neuer Brunnen gebohrt. Für die Pumpe und den noch fehlenden Wasserspeicher wird ein separates Pumpenhaus gebaut. Das aus dem neuen Brunnen geförderte Wasser ist absolut sauber und schmeckt prima. Gewissheit über die tatsächliche Qualität soll jedoch eine Untersuchung einer Wasserprobe bringen.

Zur Lagerung der Baumaterialien und Werkzeuge, sowie zur Fertigung der Schulmöbel wurde uns ein bisher leerstehendes Schulgebäude zur Verfügung gestellt und eine Schreinerwerkstatt eingerichtet.

Februar 2006...

Die Bauarbeiten am neuen Toilettengebäude machen Fortschritte. Es werden auch neue Gehwege angelegt, damit die Schüler bei schlechtem Wetter die Toiletten aufsuchen können, ohne durch Pfützen und Dreck gehen zu müssen.

Die Bauarbeiten an der Ersten-Hilfe-Station geht rasant vorwärts. Das Dach ist bereits drauf und die Arbeiten an den Gewegen haben auch schon begonnen. Auch die ersten Schulmöbel sind bereits fertiggestellt - die Lehrer und Schüler werden begeistert sein!

 

Die Bauarbeiter erhalten von uns einen fairen Lohn, sind Krankenversichert und erhalten auch ein gutes Mittagessen.

Noch brauchbare “alte” Schulmöbel werden restauriert.

März 2006...

Das Erste-Hilfe-Gebäude ist mittlerweile verputz und die Türe ist eingesetzt. Auch die Fenster sind bereits für den Einbau der Jalousien und des Moskitoschutzes vorbereitet. Das Toilettengebäude ist auch bereits weitgehend fertiggestellt und die Arbeiten am Hausmeister-Gebäude läuft auch schon.

 

April 2006...

Mittlerweile haben auf den Philippinen die Schulferien begonnen und die eigentlichen Renovierungsarbeiten an den Schulgebäuden laufen bereits auf vollen Touren. So werden die undichten Dächer abgetragen, neues Gebälk eingezogen und hochwertige Bleche montiert.

Die angebauten Toiletten werden abgerissen. und die Stützpfeiler zur Kontrolle freigelegt. Ausserdem wird die Installation für Elekrtizität und Wasser durchgeführt.

Bei den etwas "neueren" Schulgebäuden werden die Wellblechwände durch Mauern aus Stein ersetzt und eine Dachverkleidung angebracht. Die Renovierungsarbeiten werden weitestgehend mit traditionellen philippinischen Methoden durchgeführt. Soweit möglich wird auf den Einsatz von Maschienen verzichtet, um möglichst vielen Bauarbeitern aus dem Projektgebiet eine Erwerbsmöglichkeit zu bieten.

Mai 2006...

Die alten, kaputten Fenster und Jalousien wurden entfernt. Die Fensternischen wurden neu aufgemauert.Ausserdem wurden die bisher hölzernen Zwischenwände gemauert und eine Zwischendecke eingezogen. Einige der Schulräume sind im Innenbereich bereits fertig und können gestrichen werden.

Die alten Toilettenhäuschen wurden abgebrochen und die Wände wieder zugemauert. Die alten Bretter-Trennwände wurden durch neue solide Mauern ersetzt - nicht benötigte Fenster werden zugemauert - dadurch soll ein übermäßiges Aufheizen der Klassenzimmer verhindert werden.

Juni 2006...

Der Innenausbau der Schulgebäude ist weitestgehend abgeschlossen - dies ist auch wichtig, da die Ferien bereits fast vorbei sind. Die Schüler können bereits die ersten renovierten Klassenzimmer beziehen. Ausserden werden die Wege zwischen den Schulgebäuden erneuert.

Die Arbeiten an den Schulgebäuden gehen unterdessen weiter...

Juli-August 2006...

Die Arbeiten an der Ausssenfassade ist weitestgehend abgeschlossen. Die Wände sind verputzt und gestrichen. Der Moskitoschutz und die Fenstergitter
sind auch teilweise fertiggestellt.

Die Arbeiten an den Schulmöbeln sind noch immer im Gange! Im Anschluß an die Möbel der Schüler werden nun auch die Möbel der Lehrer und Lehrerinnen renoviert und zusätzliche Regale für die Lehrmittel angefertigt.

September 2006...

Die Arbeiten an der Ausssenfassade sind weitestgehend abgeschlossen. Es sind eigentlich nur noch Malerarbeiten zu erledigen. Auch an dem neuen Toilettengebäude werden letzten Arbeiten vorgenommen.

Nun haben auch die Arbeiten an dem letzten noch verbliebenen Schulgebäude begonnen. Dieses Gebäude wurde während der Renovierungsarbeiten als Schreinerwerkstatt und Lagerraum für Baumaterial und Werkzeuge benutzt. Nach der Renovierung kann auch dieses Gebäude wieder zum Unterricht eingesetzt werden.

Wer macht die Bilder?

Die vielen Bilder von der Baustelle wurden von Dennis Aplaca aufgenommen.

Dennis macht derzeit eine Ausbildung zum Computer-Engineer in Davao-City
und arbeitet in seiner Freizeit ehrenamtlich für das Hilfsprojekt Mariphil. Für das Studium und seine Arbeit für das Projekt wurden Ihm von Spendern aus Deutschland ein PC und eine Digitalkamera zur Verfügung gestellt.

Hierfür ein herzliches Dankeschön!

Feierliche Einweihung der Schule am 18. Oktober 2006

Während unseres Aufenthaltes in Tubod fand die feierliche Einweihung der durch das Hilfsprojekt Mariphil renovierten Elementary-School Tubod-Carmen statt. Im Rahmen eines Festaktes wurden die renovierten Schulgebäude und Einrichtungsgegenstände an die Gemeinde Tubod-Carmen übergeben.