Aufbau

Juli 2009 - Landkauf und Vermessung der Reisfelder

Nach gründlicher Prüfung der angebotenen Grundstücke und harten Verhandlungen mit den Besitzern ist der Kauf der Reisfelder nahezu abgeschlossen. Momentan werden die Felder vermessen.

August 2009 - Die Bauarbeiten haben begonnen

Um die für die Kooperative erforderlichen Gebäude errichten zu können, musste zuerst etwas Land entlang der Zufahrtstrasse aufgeschüttet und verfestigt werden. Hierzu konnte der Lastwagen der Gemeinde verwendet werden.

Auf diesem Land entsteht nun eines der beiden Gebäude der Kooperative. Dieses Gebäude soll später als Verwaltungsgebäude genutzt werden und neben einem Bürotrakt auch einen grossen Schulungsraum enthalten. Wie bei früheren Baumassnahmen wurden die Bauarbeiten von örtlichen Handwerkern mit traditionellen philippinischen Baumethoden errichtet.

September 2009 - Projektreise

Während unserer Projektreise im September 2009 haben wir uns intensiv mit dem Projekt “Land-for-Food” beschäftigt. Neben dem reinen Beobachten der Fortschritte auf der Baustelle haben wir uns intensiv mit den Verbesserungsmöglichkeiten in agrartechnischen Belangen auseinandergesetzt.

Zu unserer großen Überraschung war bei unserem ersten Besuch auf dem Gelände der momentan im Aufbau befindlichen Mariphil-Kooperative eines der Funktionalgebäude bereits nahezu fertiggestellt.

Der große Multifunktionalraum der Cooperative wurde bereits für mehrere Versammlungen genutzt - hier wurde den Barangay-Captains der Stadt Panabo-City das Konzept der Cooperative vorgestellt.

Strategische Ziele für die Kooperative:

  • Diversifikation

    Der Reisanbau kämpft mit relativ starren Rahmenbedingungen. Um weitere Absatzmärkte zu erschliessen ist eine Diversifikation der Anbauprodukte sinnvoll. Die Cooperative bietet die Möglichkeit, den Anbau und die Vermarktung neuer Produkte aufzubauen. 

  • Nutzung von Abfallprodukten
    Derzeit bleiben Abfallprodukte des Reisanbaus nahezu ungenutzt. Die Cooperative hat einen Schredder für organische Abfälle angeschafft, um diese Abfallprodukte weiterzuverarbeiten und zu veredeln. 
  • Fachgerechte Lagerung
    Durch eine fachgerechte Lagerung soll die Qualität des Saatgutes und der Reisernte erhalten werden. Bei den Kleinbauern ist eine fachgerechte Lagerung nicht gegeben. Durch Feuchtigkeit, Ungeziefer und Hitze geht ein nicht unbeträchtlicher Anteil des Saatgutes und der Ernte verloren.
    Durch eine fachgerechte Lagerung der Landmaschinen kann die Lebensdauer wesentlich verlängert und die Erforderlichen Reparaturen reduziert werden.
  • Einkauf und Verkauf optimieren
    Nur durch eine fachgerechte Lagermöglichkeit kann Saatgut zu einem preislich günstigen Zeitpunkt erworben werden - momentan kaufen die Kleinbauern alle nahezu zeitgleich ein und müssen dadurch relativ hohe Preise zahlen.
    Nur durch Verkauf der Reisernte in grösseren Mengen und zum günstigen Zeitpunkt sind höhere Preise zu erzielen.
  • Biologische Düngung
    Durch den Einsatz biologischer Düngung können die Kosten für Kunstdünger reduziert werden. Ausserdem ist dies ein erster Schritt zu einer ökologisch orientierten Landwirtschaft.
  • Reduzierung der Brachzeiten
    Derzeit bleiben die Reisfelder zwischen den Anbauzyklen ungenutzt.
    Die Cooperative beschäftigt sich mit der sinnvollen Nutzung diese Brachzeiten.
  • Nutzung von Nebenprodukten
    Es ist geplant, die beim Betrieb der Reismühle anfallenden Nebenprodukte effektiv für die Diversifikation der Anbauprodukte einzusetzen.
    Das könnte zum Beispiel im Rahmen einer eigenen Fisch- oder Geflügelzucht geschehen. 
  • Qualifizierung der Farmer
    In dem bereits fertiggestellten Funktionalgebäude der Cooperative wird derzeit ein grosser Multifunktionalraum eingerichtet, der für verschiedenste Weiterbildungsmassnahmen genutzt werden soll.

 

Oktober 2009 - Die Bauarbeiten gehen weiter

Noch während unseres Aufenthalts auf den Philippinen wurde ein weiterer Bereich aufgeschüttet. Auf diesem Areal soll das Wirtschafts- und Lagergebäude entstehen. Auch hier legt Mariphil größten Wert darauf, daß diese Bauarbeiten möglichst vielen Handwerkern im Projektgebiet ein Einkommen bringt. In den vergangenen Tagen wurden mehrere “Turtles” geliefert. Mit solchen Geräten werden die Reisfelder für die Aussaat vorbereitet.

Ende November ist das Dach fertig - das ist sehr wichtig, da nun der Boden der Maschinenhalle betoniert werden kann. Ohne Dach wäre das aufgrund der täglichen Regenfälle nicht möglich. Nebenher ist auch ein Fischaufzuchtbecken entstanden. In diesen Becken soll African-Hito oder Tilapia gezüchtet werden, beides hochwertige Speisefische die auf dem Markt und in Restaurants verkauft werden können.

Januar 2010 - Die Reismühle ist angekommen

Endlich ist die neue Reismühle angekommen. Die Reismühle wurde von der Firma Davao Techno Craft in Nabunturan hergestellt. Für Mariphil ist es wichtig, Produkte möglichst am lokalen Markt einzukaufen.

Die neue Reismühle ist eine wichtiger Punkt in der Wertschöpfungskette der Cooperative. Für die in der Cooperative zusammengeschlossenen Reisfarmer steht nun eine moderne Reismühle zur Veredlung des angebauten Rohreises zur Verfügung. Durch den nun verfügbaren Lagerraum ist auch eine sichere Aufbewahrung der Reisernte möglich. Diese Dienstleistungen werden auch extern angeboten, was für die Cooperative eine zusätzliche Einkommensquelle darstellt.

Die Reisfelder werden angepflanzt

Endlich ist es soweit - die Reisfelder der Kooperative können zum erstenmal vorbereitet und angepflanzt werden!

Im ersten Schritt werden die gesamten Reisfelder mit traditionellen Anbaumethoden bewirtschaftet. So kann sich die Cooperative auf die Organisation der Geschäftsabläufe, des Personals, der Erschliessung der Absatzmärkte und der Erprobung der Maschinen konzentrieren.

Durch den Anbau der Wassermelonen erfolgt die Anpflanzung mit ca. 4 Wochen Verzögerung im Vergleich zu den umliegenden Reisfeldern - das hat in dieser Region noch niemand gewagt! Der Cooperative gibt aber exakt dieser Zeitversatz die Möglichkeit, die Maschinen besser auszulasten und dadurch die Einkünfte wesentlich zu erhöhen.

 

Der Solarbrunnen ist fertig

Zwischenzeitlich wurde auch ein qualifizierter Techniker gefunden, der die fachgerechte Montage der Solarpumpe und der erforderlichen Photovoltaik-Anlage durchführen konnte. Die erforderlichen Baumassnahmen (Pfeiler und Montagerahmen) wurden selbstverständlich in Eigenleistung durchgeführt.

Diese Solaranlage dient in erster Linie zur Bewässerung der Reisfelder und der Fischzuchtbecken. Die Kapazität ist allerdings großzügig ausgelegt, um auch zukünftige Projekte ausreichend mit Wasser versorgen zu können.

Eine Hühnerzucht entsteht

Eine weitere Massnahme zur Verwertung von Nebenprodukten des Betriebs einer Reismühle wurde ein Hühnerstall gebaut. Anstatt die Abfälle der Reismühle quasi zu verschenken, werden diese zur Fütterung der Hühner verwendet.

Solar-Dryer

Zum trocknen der Reisernte wird momentan ein sog. “Solar-Dryer” gebaut. Das ist eine betonierte Fläche, auf der der Reis zum trocknen ausgebreitet wird.

Hier sieht man auch, daß diese Baumassnahmen tatsächlich relativ vielen Menschen Arbeit und damit ein Einkommen verschaffen. Beim betonieren dieser grossen Flächen wird ein mobiler Betonmischer eingesetzt - man beachte den für philippinische Maschinen typischen Motor und den Riemenantrieb.


Juni 2010 - der neue Truck ist endlich da!

Der neue Truck ermöglicht es der Cooperative flexibel und kostengünstig die verschiedenen Transportaufgaben in Eigenregie durchführen zu können. Bisher musste hierfür jedesmal zu relativ hohen Tarifen extra ein Truck angemietet werden. Die MARIPHIL-Coop ist auch in der Lage, mit diesem Fahrzeug selbst als Dienstleister aufzutreten.

Anbau Ostbäume

Auf verschiedenen Bereichen, die nicht für den Reisanbau nutzbar sind, hat die MARIPHIL-Coop bereits verschiedene Obstbäume angepflanzt. Das sind in unserem Fall Calamansi, Mango und Mangostino-Pflänzchen. Bis diese Pflänzchen Früchte tragen, dürfte es einige Jahre brauchen, auf die leckeren selbstangebauten Früchte freuen wir uns bereits heute...

 

Vermiculture-Anlage

Bei der Vermicultur handelt es sich um einen aeroben Kompostierungsprozess, der von Mikroorganismen und Würmern geleistet wird. Die Vorteile dieser Behandlung gegenüber einer konventionellen Kompostierung (Heißrotte) sind eine höhere Prozessgeschwindigkeit, die höhere Mineralisierungsrate der enthaltenen Nährstoffe (und damit erhöhte Pflanzenverfügbarkeit) bei einer vermutlich identischen Hygienisierung des Produktes. Ein weiterer Vorteil ist die Umsetzbarkeit von relativ kleinen Mengen, da kein Mindestvolumen benötigt wird, um evtl. enthaltene Pathogene abzutöten.

Juli 2010 - Anbau Ingwer

Der erste Versuch, Ingwer anzubauen war leider ein glatter Fehlschlag. Nachdem sich Mitarbeiter der COOP eine Ingwer-Plantage besichtigt und sich Informationen über den erfolgreichen Ingweranbau geholt hatten, wurde eine neue Anlage für den Ingweranbau erstellt.

Die Anlage besitzt eine solide Mauer und ein Dach aus einem Netzmaterial, welches eine milde Bewässerung ermöglicht und eine allzu intensive Sonnenbestrahlung verhindert. Die Anlage hat eine recht stattliche Größe und ermöglicht eine kontinuierliche Produktion (falls es diesmal funktioniert...)

   

September 2010 - Einweihung der MARIPHIL-Kooperative

Im Rahmen der Projektreise 2010 wurde die feierliche Einweihung der MARIPHIL-Coop durchgeführt. Wie auf den Philippinen üblich, wurde mit einem feierlichen Gottesdienst die gesamte Anlage gesegnet und im Anschluss mit einem schönen Fest gebührend gefeiert. Hierzu waren neben den Vertretern der Stadt Panabo und der umliegenden Barangays natürlich auch alle Mitglieder der Coop und die Bewohner der umliegenden Siedlungen eingeladen.