Reisanbau auf den Philippinen

Zahlen und Fakten

Reis ist das Grundnahrungsmittel für rund drei Milliarden Menschen, fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Reis wurde in Thailand schon 4000 Jahre v.Chr. angebaut und ist damit die wohl älteste Kulturpflanze der Welt - weltweit gibt es 120.000 Sorten - mindestens 114 Länder bauen Reis an, Reis wird zu 90 Prozent in Asien produziert - die Gesamtfläche der Reisfelder ist mit 1,5 Millionen Quadratkilometern mehr als viermal so groß wie die Bundesrepublik - 2007 wurden 645 Millionen Tonnen Reis geerntet. China und Indien produzieren zusammen mehr als die Hälfte. - größter Exporteur ist mit Abstand Thailand, gefolgt von Indien und Vietnam, größter Importeur sind die Philippinen - den meisten Reis essen die Einwohner Birmas: pro Person 206 Kilogramm im Jahr. In Deutschland sind es knapp 6 Kilogramm pro Person - um ein Kilogramm Reis zu produzieren, sind 5000 Liter Wasser nötig.

Reisanbau auf den Philippinen

In den hoch entwickelten Ländern ist der ganze Reisanbau voll mechanisiert. In den USA zum Beispiel schweben bereits Spezialflugzeuge knapp über die riesigen Reisfelder und bringen vorgequelltes Saatgut aus. Dagegen werden in ganz Südostasien noch immer Setzlinge von Hand in die gefluteten Felder ausgesetzt. Und in weiten Teilen ist auch die Ernte bis heute Handarbeit geblieben: In Gruppen rücken Bäuerinnen, Bauern und Landarbeiter tagelang mit Handsicheln über die Felder vor und sammeln die Ähren zu Büscheln. Auch die Weiterverarbeitung ist mit viel Aufwand verbunden: Transport zur Mühle, dort das Reinigen, das Kalibrieren, das Entspelzen...

Der Reisanbau stagniert - der Reispreis steigt

Rund drei Viertel der Reisproduktion stammen aus diesem Ökosystem. Mit traditionellen Arbeitsmethoden wird ein Ertrag von ca. 2 Tonnen pro Hektar erwirtschaftet. In den industrialisierten Ländern sind die Erträge etwa dreimal so hoch.


Auf diesem Chart ist die Entwicklung des Reispreises deutlich zu erkennen.
Seit Oktober 2007 hat sich der Preis nahezu verdoppelt!

Momentan hat sich der Reispreis stabilisiert - er hat sich nämlich bei schwindelerregenden 1600 Peso für einen Sack Reis (50kg) im Februar 2009 eingependelt.

Für die Menschen im Projektgebiet hat sich die Lage also nicht verbessert und die Voraussetzungen, die zur Explosion des Reispreises geführt haben sind derzeit sogar noch stärker ausgeprägt als damals:

  • In vielen Asiatischen Ländern (auch auf den Philippinen) ist Reis subventioniert. Aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist ein Ende dieser Subventionen nicht auszuschliessen.
  • Weltweit hält die Reduzierung der lokalen Reisvorräte an und die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln nimmt nach anfänglicher Zurückhaltung bereits wieder enorm zu
  • Noch immer werden Reisfelder von Kleinbauern mit veralteten Methoden bewirtschaftet. Hinzu kommen für für diese Bevölkerungsschicht mangelhafter Zugang zu KnowHow und erschwinglichen Krediten.
  • Auf globaler Ebene sind die Ertragssteigerungen in den vergangenen Jahren auf weniger als 1 Prozent jährlich gefallen. Das durchschnittliche jährliche Nachfragewachstum von 1,5 Prozent ist damit höher als das Angebotswachstum
  • Durch die globale Erwärmung wird ein Teil der Reisernte im südostasiatischen Raum immer häufer durch Unwetter oder Dürreperioden vernichtet.
Die Ärmsten trifft es am härtesten...

Weltweit werden Nahrungsmittel immer teurer. Im Jahr 2007 wurden Lebensmittel für über 400 Milliarden Dollar importiert. Das sind fast fünf Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2006. Die Mengen blieben fast unverändert, aber die Preise stiegen. Darunter leiden vor allem die Entwicklungsländer und insbesondere die ärmsten unter ihnen. Die so genannten Least Developed Countries (LDC) müssen für Nahrungseinkäufe aus dem Ausland heute rund 90 Prozent mehr ausgeben als noch im Jahr 2000. Zum Vergleich: Nahrungsimporte kosteten Industrieländer im gleichen Zeitraum lediglich 22 Prozent mehr als zuvor.

Weitere Informationen: www.welthungerhilfe.de